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Was hat Teamkommunikation mit mir zu tun?

Wenn wir davon sprechen, die Kommunikation in Unternehmen zu verbessern, geht es meistens gar nicht darum, dass die Mitarbeiter:innen „schlecht“ kommunizieren. Wir haben nur nie gelernt, unsere Wahrnehmungen zu beschreiben und neigen dazu, der Welt unseren Stempel aufzudrücken – mit allen Gefühlen, die dazu gehören. Wir erliegen dem fatalen Fehler zu glauben, dass das, was wir wahrnehmen, die einzige Realität ist und dass unser Gegenüber es genauso sieht wie wir.

Ein Beispiel aus der Praxis

In einem Team kommt es immer wieder zu Kränkungen vereinzelter Mitarbeiter:innen durch Kolleg:innen. Die Rückmeldungen, die die Kolleg:innen auf Arbeitsprozesse geben, sind direkt und oftmals unhöflich beziehungsweise unreflektiert. Werden diese Mitarbeiter:innen darauf hingewiesen, kommt meist die Aussage: „Ich bin nun mal so“. Das Totschlagargument schlechthin.

In einem Team kommt es immer wieder zu Kränkungen vereinzelter Mitarbeiter:innen durch Kolleg:innen.

Die erste Maßnahme der jeweiligen Führungskraft ist meist ein Teamcoaching zur Verbesserung der Kommunikation. Das Coaching findet in regelmäßigen Abständen statt und soll einen sicheren Rahmen schaffen, in dem die Konflikte wertfrei behandelt werden können. So baut das Team mit der Zeit Sicherheit auf, um erlebte Kränkungen anzusprechen. Dadurch eröffnet sich ein Raum, den es als Coach zu nutzen gilt, um für zukünftige Situationen eine Veränderung herbeizuführen. Dabei geht es aber auf keinen Fall darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Vielmehr soll den betroffenen Personen ihre Wirkung auf andere erlebbar gemacht werden. Dabei reicht das Argument „Ich bin nun mal so“ bei Weitem nicht aus. Denn wer nicht bereit ist, sich weiterzuentwickeln, wird in der heutigen Arbeitswelt nicht bestehen.

Es folgen die Fragen:

  • Wie möchten wir im Team miteinander umgehen?
  • Was ist uns wichtig?
  • Und wie müssen wir im Team kommunizieren, damit dies auch klappt?

Nun sind wir an einem Scheideweg angekommen. Das Team kann dabei unterstützt werden, neue Regeln im Umgang miteinander zu erarbeiten. Aus meiner Sicht ein klassisches Workshop-Thema, das wir alle schon mal irgendwo hatten. Doch ich glaube, dass dies zu kurz greift. Sind es doch innere Prozesse, die Personen dazu bringen, so zu kommunizieren wie sie es tun. Damit umgehen zu lernen, erfordert Mut von den Teams, Zeit und Ressourcen, die das Unternehmen bereitstellen muss. Der Output ist aber eine nachhaltige Lösung für Teams, die nicht nur besser kommunizieren, sondern auch noch wissen, warum!

Wertfrei zu kommunizieren ist also weit mehr als nur ein Workshop-Thema. Es ist eine Form von Kultur, die es nicht nur im Team zu erreichen gilt, sondern auch in uns selbst. 

Gemeinsam als Team ans Ziel